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Geschehnisse um die
Jahrhundertwende in Breyell
In der Zeit um 1901/02 planten die
Breyeller Gemeindeväter den Bau eines Gaswerkes. Anfang Januar
1902 zirkulierte die erste Liste in der Bürgerschaft zur
Anmeldung von Anschlüssen, bei der außer der Gemeindebeleuchtung
bereits 700 Flammen angefordert wurden.
In der Gemeinderatssitzung vom 25.01.1902 wurde der Antrag
mehrerer Gemeindeeingesessener auf Bau eines Gaswerkes zu
Beschluß erhoben. In der Zeit vom 07. bis 16. Juni 1902 lagen
die Pläne zur Einsicht für Unternehmer auf dem Bürgermeisteramte
offen. Noch im gleichen Monat wurde mit der Legung des
Rohrnetzes begonnen. Ende Juli waren die Anschlüsse nahezu
vollendet.
Die bis zum 15. September getätigten Anmeldungen zum Anschluß
waren unentgeltlich. Die Kosten wurden von der Gemeinde
getragen.
Am 29. September war das Werk vollendet: das Gaswerk wurde in
Betrieb genommen. Die ganze Gemeinde war entzückt über die
herrliche Straßenbeleuchtung und das schöne Zimmerlicht!
(1933) Vor einigen Wochen nun ist das Feuer in den Öfen des
damals mit so großen Hoffnungen erbauten Gaswerkes für immer
erloschen und die Ventile abgesperrt ....
das Gas mußte der Elektrizität weichen!
Kurz nach der Jahrhundertwende (1900) war es auch, als man zum
erstenmal Pläne entwarf zum Erweiterungsbau der alten
Pfarrkirche. Die Ausführung dieses Baues sollte Anfang des
Jahres 1902 einer Kölner Firma übertragen werden. Wir können uns
heute glücklich schätzen, daß dieser unselige Plan damals nicht
zur Ausführung kam. Nachdem das nebenan liegende Spritzenhaus
bereits niedergelegt und die die Kirche umgebenden Bäume gefällt
waren, da konnte mit den Grundstückseigentümern keine Einigung
erzielt werden - und so ließ man den Plan fallen.
Aber schon gleich darauf wurde ein neuer Vorschlag in den
Vordergrund gerückt. Er ging dahin, das Trimbornsche Eigentum,
Hotel Kaiserhof, anzukaufen und auf dem dahinterliegenden
Grundstück eine neue Kirche in romanischen Stil zu errichten.
Damals war es auch, daß der Konservator der Baudenkmäler der
Rheinprovinz, Professor Dr. Clemen in Bonn, feststellte, daß der
Turm der alten Kirche KUNSTWERT hat und nicht abgebrochen
oder einer baulichen Veränderung unterworfen werden dürfe.
Am 8. Februar 1902 ging das Trimbornsche Eigentum mit seinen
Grundstücken zum Preise von 36.000 Mark in den Besitz einiger
Mitglieder des Kirchenvorstandes über, womit der Anfang zum Bau
der neuen Kirche gemacht war. Im April lagen die Pläne zum
Neubau der Kirche vor. Im Frühjahr 1903 wurde mit dem Bau
begonnen. Nach etwa 2 ½ jähriger Bauzeit wurde die neue
Pfarrkirche am 04. Oktober 1905 geweiht. Um die Finanzierung
entspannten sich nachträglich innere Kämpfe. Heute aber sieht
jeder auf das prächtige Gotteshaus.
Das Jahr 1902 brachte auch für die Pfarrgemeinde Schaag ein
besonderes Ereignis: sie konnte auf ein 100-jähriges Bestehen
als selbständige Pfarre zurückblicken! Der 100. Jahrestag der
Ernennung des damaligen Rektors von Leutherheide, Pfarrer Marcus
Antonius Berdolet, zum Pfarrer von Schaag wurde festlich
begangen.
Die Pfarre Schaag wurde gegründet am 27. Oktober 1802. Kurz nach
der Jahrhundertwende begann auch die opferfreudige Pfarrgemeinde
mit der Geldsammlung zur Beschaffung einer neuen Orgel, die
Ostern 1903 ihrem Zwecke übergeben werden konnte und heute noch
beim Gottesdienste mitwirkt. |