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Der Ursprung - Das Land und
seine Bewohner um die Zeitwende
Wenn wir das Rad der Geschichte um
2000 Jahre zurückdrehen könnten, würde Breyell ein ganz anderes,
ungewohntes und fremdes Bild bieten:
Siedler,
die damals schon an den Ufern der Nette, des Natterbachs, des
großen Mühlenbachs oder der Sonnenbeek im Bereich
Schaag in selbstgewebten Kleidern oder auch im selbstgefertigten
Pelz in ihren schilfgedeckten Blockhütten saßen und als erste den
ausgedehnten Wald in den wasserfreien Ebenen zu roden begonnen
hatten, waren
Kelten, ein indogermanisches Volk, das vom Rhein bis nach
England und Spanien seit eh und je her wohnte. Aus den fischreichen
Gewässern, den Teichen und Weihern, und aus dem von allerlei Wild
belebten urwüchsigen Wald zwischen dem Sonnendyk im Süden und
der Grenzbeek im Nordwesten, die vom Heyerhof kommt und in die Nette
führt, deckten die Menschen den Tisch, den die Früchte des
beginnenden kargen Ackerbaues und der schon viel besser entwickelten
Viehhaltung noch bereicherten. Geheizt wurde mit Holz oder Torf,
der sich in den breiten Mooren anbot.
Wohnweise
Die Breyeller aus dem Stamm der
Menapier lebten im von Feldern umgebenen Verband des Dorfes in
aus Holz gebauten Häusern, die mit Schilf- oder Strohdächern
versehen wurden. Größtenteils waren es kleinere Häuser, deren
Grundriß bei etwa 7 m Länge lag, wobei die Bodenfläche manchmal bis
zu einem halben Meter in den Boden versenkt und meistens auf
Donken gebaut war. Nach Bedarf wurden Hütten für Vieh und
Vorräte angebaut, womit sich die erste Hofanlage gebildet
hatte.
Versorgung
Die wirtschaftliche Grundlage war
Ackerbau und Viehzucht und natürlich Fischerei. An
Getreide kannte man Gerste, Weizen, Roggen und Hafer. Die Gerste
wurde zur Zubereitung von Brei, Brot und Bier verwendet. Weiter
wurden nach Bedarf angebaut: Flachs, Hanf, Rüben, Zwiebeln,
Grobgemüse und Pflanzen zur Gewinnung von Farbstoffen. Die Viehzucht
war hier nicht sehr bedeutend.
Hauptsächlich wurden Schweine und
Schafe, in geringerem Maße Rinder und Pferde gehalten. Die Grundlage
der Schweinezucht bildeten die Eichenwälder. Die Jagd auf
Wildschweine und anderes Getier war sehr beliebt. Man brauchte auch
noch keinen Jagdschein. Die Schafzucht war wegen der Wollgewinnung
von Bedeutung.
Für die Art des Eigentums am Boden
kann man bei den keltischen Stämmen zwei Formen annehmen: Ackerland
im Besitz der Familie und solches im Besitz der gesamten
Dorfgemeinschaft. An der Grenze der Feldflur begann der nicht
kultivierte Boden, der Begriff der "Grenze" verschmolz mit
dem des Ödlandes oder des Waldes. Vielleicht sind die im
Spätmittelalter noch vorhandenen sogenannten Binnenlandwehren
hiermit in Beziehung zu bringen.
Berufe
Zunächst war auch jeder sein eigener
Handwerker. Aber Spezialberufe wie Schmied, Zimmerleute,
Lohgerber, Schuhmacher und Sattler gab es auch. Das Anwachsen der
Bevölkerung förderte die Spezialisten, den Handel und den Verkehr.
Die keltischen Märkte waren bedeutend. Die ganze
Überproduktion ging dorthin, Speck, Getreide, Schinken, Wolle und ab
und zu eine gut gewachsene Sklavin, die in guter Qualität den
Gegenwert von drei Kühen hatte. Vielleicht hat vor der Zeitwende
hier und da auch ein Breyeller fahrender Händler, der über die
Handelswege, die teilweise mit Kieselsteinen ausgebaut waren (cara =
Stein), zog, keltische Münzen im Beutel gehabt.
Religion
Tempel und ähnliche kultische
Bauwerke kannten die Breyeller nicht. Wohl einen heiligen Ort mit
Kultcharakter, der in einfachster Weise durch einen Zaun oder
Graben abgegrenzt war. Oft nur ein Hain mit heiligen Bäumen, eine
Säule, ein Pfahl. Heilige Bäume waren die Eiche und die
Buche (deus robur - der Gott der Eiche, deus fagus - der Gott
der Buche). Um die Gunst der Götter zu gewinnen, wurde geopfert:
Erzeugnisse aus eigener Produktion, Geräte oder ein Schaf,
Kriegsbeute, auch mal Menschen, dann aber meist Gefangene oder
Übeltäter, unter Vermittlung der Druiden, welche die Priesterkaste
verkörperten. Magische Zeremonien und Rituale. Jeder Stamm hatte
seine lokalen Götter.
Nach Caesar war der größte Gott der
Kelten der Patron der Wege und Kaufleute, ähnlich wie der
römische Merkur. Hat der damals für Breyell schon eine besondere
Bedeutung gehabt?
Als 59 vor der Zeitwende die
römischen Legionen sich hier durchkämpften und die Eingeborenen
unter den Adler zwangen, sicherten die Stammeshäuptlinge der
Menapier Besitz und Einfluß durch schleunige Hinwendung zu den
Römern meist mit Erfolg. Es gab keine soziale Revolution. Die
zahlreich entstehenden festen Plätze der römischen Wehrmacht, die
sich vielfach zu kleinen Städten ausbildeten, zogen kaum einen
Breyeller in ihren Bann. Sie wurden besucht, um Handel zu treiben
und Geld zu verdienen. Der Großteil der Menschen lebte weiter im
Dorf; er war an den Boden gefesselt.
Die Romanisierung machte hier kaum
Fortschritte. Es war gerade das Landvolk, das sich Sprache, alte
Lebensweise, alte Sitten und Gebäuche bewahrte. Aber mit der Zeit
brachte der Handel auch das Neue nach Breyell. Das öffentliche Leben
kam stark unter den Einfluß der römischen Art. Das galt auch für die
keltische Religion. Für die alten Götter wurden Gegenstücke im
römischen Pantheon angeboten. Und die Namen beider wurden
identifiziert oder ausgetauscht.
Es entstand ein Heiligtum in Form
einer kleinen Halle, in Breyell vermutlich an der großen
Wegekreuzung, wo heute seit 600 Jahren der Lambertiturm steht; denn
Hügel, Flußquellen oder Kreuzungen waren heilige Plätze, oft mit
einem Mal der Gottheit versehen.
Es dürfte zweckmäßig sein, der vorstehenden Betrachtung die
Ergebnisse der archäologischen Landesaufnahme für Breyell von der
jüngeren Steinzeit bis zur Römerzeit anzufügen, wie sie von
Dr. Gudrun Loewe
in ihrem Buch „Kreis Kempen-Krefeld. Archäologische Funde und
Denkmäler des Rheinlandes 3 (Düsseldorf 1971).
ISBN 3792701413. “
niedergelegt sind:
Hier werden die historischen Funde im Bereich der heutigen
Gemeinde Breyell aufgelistet, welche von der jüngeren Steinzeit
über die Bronzezeit und Eisenzeit bis in die Römerzeit reichen.
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Es darf wohl als feststehend
angesehen werden, dass Breyell vor dem Jahre 1000 n. Chr. bestanden
hat.
Mit Überzeugung wird angegeben, (Limborg Jaerboek 1896),
der heilige Lambertus
, der Pfarrpatron von Breyell, gestorben 709, habe in Birgeln
den seitwärts des Dorfes auf einer vorspringenden Anhöhe vorhanden
gewesenen heidnischen Tempel zu einer christlichen Kirche
umgewandelt und das am Fuße des Berges hervordringende Brünnlein zum
Taufen benutzt. Die Pfarre Birgeln erstreckte sich damals acht
Stunden im Umkreis. Für das hohe Alter Breyells spricht dann noch
der Umstand, daß die etwa 1975 abgebrochene alte Kirche zu den
“ecclesiae integrae”, den Kirchen erster Klasse, gehörte, die vor
dem Jahre 1000 errichtet sind.
Urkundlich
wird Breyell bereits im Jahre 1118 genannt. Nach einer
Privatmitteilung soll diese Angabe jedoch irrig sein. Es soll
Breyell zuerst in einer im Staatsarchiv zu Düsseldorf befindlichen
Urkunde 1232 erwähnt sein. Dagegen muß nach Dr. Norrenbergs
Geschichte die Pfarrei des Dekanats Mönchengladbach, Breyell, schon
1132 der Abtei St. Pantaleon in Köln gehört haben, denn um diese
Zeit wurden die
Grafen
von Kessel als Vögte und Zinsherren von Breyell genannt.
Dieselben wurden noch weiter genannt
1150, 1412 und 1500. |