Geschichte von Nettetal Breyell   

Besucher seit  01.09.2001:

 101.512

Home
Nach oben
Firmen Nettetal
Produkte Nettetal
Liefer-Service
Reparatur-Service
Biete-Suche
Straßen+Historie
Veranstaltungen
Vereine/Schulen
Impressum
Service-Portal

Exklusiv:

Breyeller Anekdötchen von Ferdi Reugels

 

Geschichte von Breyell

 

Wenn wir das Rad der Geschichte um 2000 Jahre zurückdrehen könnten, würde Breyell ein ganz anderes, ungewohntes und fremdes Bild bieten:

Siedler, die damals schon an den Ufern der Nette, des Natterbachs, des großen Mühlenbachs oder der Sonnenbeek im Bereich Schaag in selbstgewebten Kleidern oder auch im selbstgefertigten Pelz in ihren schilfgedeckten Blockhütten saßen und als erste den ausgedehnten Wald in den wasserfreien Ebenen zu roden begonnen hatten, waren Kelten, ein indogermanisches Volk, das vom Rhein bis nach England und Spanien seit eh und je her wohnte. Aus den fischreichen Gewässern, den Teichen und Weihern, und aus dem von allerlei Wild belebten urwüchsigen Wald zwischen dem Sonnendyk im Süden und der Grenzbeek im Nordwesten, die vom Heyerhof kommt und in die Nette führt, deckten die Menschen den Tisch, den die Früchte des beginnenden kargen Ackerbaues und der schon viel besser entwickelten Viehhaltung noch bereicherten. Geheizt wurde mit Holz oder Torf, der sich in den breiten Mooren anbot.

Wohnweise

Die Breyeller aus dem Stamm der Menapier lebten im von Feldern umgebenen Verband des Dorfes in aus Holz gebauten Häusern, die mit Schilf- oder Strohdächern versehen wurden. Größtenteils waren es kleinere Häuser, deren Grundriß bei etwa 7 m Länge lag, wobei die Bodenfläche manchmal bis zu einem halben Meter in den Boden versenkt und meistens auf Donken gebaut war. Nach Bedarf wurden Hütten für Vieh und Vorräte angebaut, womit sich die erste Hofanlage gebildet hatte.

Versorgung

Die wirtschaftliche Grundlage war Ackerbau und Viehzucht und natürlich Fischerei. An Getreide kannte man Gerste, Weizen, Roggen und Hafer. Die Gerste wurde zur Zubereitung von Brei, Brot und Bier verwendet. Weiter wurden nach Bedarf angebaut: Flachs, Hanf, Rüben, Zwiebeln, Grobgemüse und Pflanzen zur Gewinnung von Farbstoffen. Die Viehzucht war hier nicht sehr bedeutend.

Hauptsächlich wurden Schweine und Schafe, in geringerem Maße Rinder und Pferde gehalten. Die Grundlage der Schweinezucht bildeten die Eichenwälder. Die Jagd auf Wildschweine und anderes Getier war sehr beliebt. Man brauchte auch noch keinen Jagdschein. Die Schafzucht war wegen der Wollgewinnung von Bedeutung.

Für die Art des Eigentums am Boden kann man bei den keltischen Stämmen zwei Formen annehmen: Ackerland im Besitz der Familie und solches im Besitz der gesamten Dorfgemeinschaft. An der Grenze der Feldflur begann der nicht kultivierte Boden, der Begriff der "Grenze" verschmolz mit dem des Ödlandes oder des Waldes. Vielleicht sind die im Spätmittelalter noch vorhandenen sogenannten Binnenlandwehren hiermit in Beziehung zu bringen.

Berufe

Zunächst war auch jeder sein eigener Handwerker. Aber Spezialberufe wie Schmied, Zimmerleute, Lohgerber, Schuhmacher und Sattler gab es auch. Das Anwachsen der Bevölkerung förderte die Spezialisten, den Handel und den Verkehr. Die keltischen Märkte waren bedeutend. Die ganze Überproduktion ging dorthin, Speck, Getreide, Schinken, Wolle und ab und zu eine gut gewachsene Sklavin, die in guter Qualität den Gegenwert von drei Kühen hatte. Vielleicht hat vor der Zeitwende hier und da auch ein Breyeller fahrender Händler, der über die Handelswege, die teilweise mit Kieselsteinen ausgebaut waren (cara = Stein), zog, keltische Münzen im Beutel gehabt.

Religion

Tempel und ähnliche kultische Bauwerke kannten die Breyeller nicht. Wohl einen heiligen Ort mit Kultcharakter, der in einfachster Weise durch einen Zaun oder Graben abgegrenzt war. Oft nur ein Hain mit heiligen Bäumen, eine Säule, ein Pfahl. Heilige Bäume waren die Eiche und die Buche (deus robur - der Gott der Eiche, deus fagus - der Gott der Buche). Um die Gunst der Götter zu gewinnen, wurde geopfert: Erzeugnisse aus eigener Produktion, Geräte oder ein Schaf, Kriegsbeute, auch mal Menschen, dann aber meist Gefangene oder Übeltäter, unter Vermittlung der Druiden, welche die Priesterkaste verkörperten. Magische Zeremonien und Rituale. Jeder Stamm hatte seine lokalen Götter.

Nach Caesar war der größte Gott der Kelten der Patron der Wege und Kaufleute, ähnlich wie der römische Merkur. Hat der damals für Breyell schon eine besondere Bedeutung gehabt?

Als 59 vor der Zeitwende die römischen Legionen sich hier durchkämpften und die Eingeborenen unter den Adler zwangen, sicherten die Stammeshäuptlinge der Menapier Besitz und Einfluß durch schleunige Hinwendung zu den Römern meist mit Erfolg. Es gab keine soziale Revolution. Die zahlreich entstehenden festen Plätze der römischen Wehrmacht, die sich vielfach zu kleinen Städten ausbildeten, zogen kaum einen Breyeller in ihren Bann. Sie wurden besucht, um Handel zu treiben und Geld zu verdienen. Der Großteil der Menschen lebte weiter im Dorf; er war an den Boden gefesselt.

Die Romanisierung machte hier kaum Fortschritte. Es war gerade das Landvolk, das sich Sprache, alte Lebensweise, alte Sitten und Gebäuche bewahrte. Aber mit der Zeit brachte der Handel auch das Neue nach Breyell. Das öffentliche Leben kam stark unter den Einfluß der römischen Art. Das galt auch für die keltische Religion. Für die alten Götter wurden Gegenstücke im römischen Pantheon angeboten. Und die Namen beider wurden identifiziert oder ausgetauscht.

Es entstand ein Heiligtum in Form einer kleinen Halle, in Breyell vermutlich an der großen Wegekreuzung, wo heute seit 600 Jahren der Lambertiturm steht; denn Hügel, Flußquellen oder Kreuzungen waren heilige Plätze, oft mit einem Mal der Gottheit versehen.

Es dürfte zweckmäßig sein, der vorstehenden Betrachtung die Ergebnisse der archäologischen Landesaufnahme für Breyell von der jüngeren Steinzeit bis zur Römerzeit anzufügen, wie sie von Dr. Gudrun Loewe in ihrem Buch „Kreis Kempen-Krefeld. Archäologische Funde und Denkmäler des Rheinlandes 3 (Düsseldorf 1971).
ISBN 3792701413. “ niedergelegt sind:

Hier werden die historischen Funde im Bereich der heutigen Gemeinde Breyell aufgelistet, welche von der jüngeren Steinzeit über die Bronzezeit und Eisenzeit bis in die Römerzeit reichen.

---

Es darf wohl als feststehend angesehen werden, dass Breyell vor dem Jahre 1000 n. Chr. bestanden hat.

Mit Überzeugung wird angegeben, (Limborg Jaerboek 1896), der heilige Lambertus , der Pfarrpatron von Breyell, gestorben 709, habe in Birgeln den seitwärts des Dorfes auf einer vorspringenden Anhöhe vorhanden gewesenen heidnischen Tempel zu einer christlichen Kirche umgewandelt und das am Fuße des Berges hervordringende Brünnlein zum Taufen benutzt. Die Pfarre Birgeln erstreckte sich damals acht Stunden im Umkreis. Für das hohe Alter Breyells spricht dann noch der Umstand, daß die etwa 1975 abgebrochene alte Kirche zu den “ecclesiae integrae”, den Kirchen erster Klasse, gehörte, die vor dem Jahre 1000 errichtet sind.

Urkundlich wird Breyell bereits im Jahre 1118 genannt. Nach einer Privatmitteilung soll diese Angabe jedoch irrig sein. Es soll Breyell zuerst in einer im Staatsarchiv zu Düsseldorf befindlichen Urkunde 1232 erwähnt sein. Dagegen muß nach Dr. Norrenbergs Geschichte die Pfarrei des Dekanats Mönchengladbach, Breyell, schon 1132 der Abtei St. Pantaleon in Köln gehört haben, denn um diese Zeit wurden die Grafen von Kessel als Vögte und Zinsherren von Breyell genannt.

Dieselben wurden noch weiter genannt 1150, 1412 und 1500.

 

 

>>> weiter