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November 2004: Kirchenjubiläum in Breyell 100 Jahre St. Lambertus Breyell Die Pfarrkirche St. Lambertus in Breyell schaut in diesem und im kommenden Jahr auf ihr 100-jähriges Jubiläum zurück. Um die wechselvolle Geschichte der Kirche gebührend zu feiern, hat der Pfarrgemeinderat ein umfangreiches Programm in einem Jubeljahr zusammen geschnürt. Bevor wir jedoch einen Blick in die Programmabfolge von September 2004 bis November 2005 werfen, lohnt sich ein Blick auf die Person des Heiligen Lambertus: Der Schutzpatron der Gemeinde - der heilige Lambertus - war seit 672 n. Chr. Bischof von Maastricht. In seiner Amtszeit forderte er vehement die Unabhängigkeit von Kirche und Staat und bezahlte seinen Einsatz im Jahre 705 mit dem Tode. Aufgrund seines „friedlichen Kampfes” wurde Lambertus in den folgenden Jahren als Märtyrer verehrt und später heilig gesprochen. Als Patron des Bistums Lüttich wird der Heilige mit einem Festtag am 18. September geehrt. Die Pfarre Breyell gehörte im Mittelalter zum Bistum Lüttich. „An der Person des St. Lambertus finde ich bewundernswert, wie unerschrocken er für seinen Glauben eingetreten ist. Seine Geschichte kann uns allen als Vorbild dienen”, erläutert Günter Puts, Pfarrer der Kirchengemeinde.
Bevor jedoch vor 100 Jahren der Grundstein für die jetzige Pfarrkirche gelegt wurde, finden sich in Breyell schon früh Zeugnisse von christlichem Glauben. Die erste Breyeller Kirche wurde bereits im Jahre 1375 aus Holz gebaut. Der alte Kirchturm auf dem Breyeller Lambertimarkt ist das älteste Bauwerk dieses Stadtteiles. Kirche und Turm wurden im Laufe der Jahrhunderte durch Unwetter so stark beschädigt, dass sich die Breyeller Bevölkerung gegen Ende des 18. Jahrhunderts gezwungen sah, die Gebäude zu restaurieren. Zweimal in sechs Jahren brannte der Turm der alten Kirche. Beim ersten Mal (1862) schien der Schaden nicht sehr groß gewesen zu sein, jedoch erhielten vier Breyeller eine Gratifikation von fünf Thalern als Belohnung für die erfolgreiche Brandbekämpfung. Beim zweiten Mal (27. Juli 1868) brannten Kirchturm und Rathaus. Während der Löscharbeiten setzte sich der damalige Breyeller Pastor Johannes Schumachers vorbildlich ein.
Der Neubau der heutigen Pfarrkirche vor 100 Jahren geschah auf Initiative von Ignatz Theodor Haan, der am 1. Dezember 1884 als Pastor nach Breyell kam. Zu dieser Zeit waren das Pfarrhaus und die Kaplanei nach Aussagen von Haan „kaum noch bewohnbar”. Wegen des starken Bevölkerungszuwachses beschloss man um 1870, die Kirche zu erweitern. Pfarrer Haan hatte nämlich zufällig in einer Ausgabe der „Rhein-Maas-Zeitung” gelesen, dass die Erben von Max Trimborn ihr Haus (Standort der heutigen Kirche) verkaufen wollten. „Aus alten Aufzeichnungen wissen wir, dass Pfarrer Haan in seiner Predigt regelmäßig den schlechten Zustand der Kirche anprangerte”, so Pfarrer Günter Puts. Nachdem der Druck aus der Gemeinde zu groß geworden war, beschloss man einen Ausbau der alten Kirche. Schnell jedoch gab der Pfarrgemeinderat diese Pläne auf und entschloss sich, das Grundstück von Trimborn zu kaufen und die neue Kirche zu bauen. Für den Neubau wurde ein Finanzierungsplan von 250.000 Mark aufgestellt. (60.000 Mark durch Haushaltskollekte, 120.000 Mark Anleihe bei der Preußischen Kreditbodengesellschaft Berlin, 54.000 Mark aus einem Stiftungsfond sowie 16.000 Mark aus einer Anleihe bei Bückler.) „Die Unterlagen belegen, dass die Gemeinde 60.000 Mark in sechs Jahren durch die Haushaltskollekte aufgebracht hat. Das ist eine tolle Unterstützung aus dem Volk. Die Zahlen drücken allerdings nicht nur das Geleistete aus, sondern führen uns vor Augen, dass Kirche hier vor Ort gelebt wird ", so Puts.
Trotz des jungen Alters blieb die jetzige Pfarrkirche vor den Unbilden der Zeit nicht verschont und musste über die Jahre immer wieder renoviert werden, zuletzt im vergangenen Jahr unter der Regie von Pfarrer Puts. Im Jahre 1961 allerdings wurde der Kirchturm neu verfugt. Bei dieser Gelegenheit musste auch der Dachreiter mit dem Vierungskreuz abgetragen werden. Das Kreuz wurde durch Pastor Fellmanns zur Obhut in die Speditionsfamilie Heinz Göbbels gegeben, von der es nun im Rahmen einer Festmesse am 14. September 2005 zur Kirche zurückkehrt. Die alte Kirche wurde bis 1907 erhalten, dann wurde sie bis auf den Lamberti-Turm abgerissen. Der Landeskonservator stellte den Turm unter Denkmalschutz. In den Jahren 1955/56 wurde das 600-jährige Gebäude renoviert und im Jahre 1980 für einen Symbolwert von einer Mark von der Stadt Nettetal an den „Förderverein Alter Kirchturm” verkauft. Das alte Uhrwerk von 1896 wurde Anfang der 70er Jahre entfernt und steht heute im Uhrmacher-und Optikerfachgeschäft Hammans.
Nachdem wir einen kurzen Blick in die Geschichte der Pfarre St. Lambertus geworfen haben, lohnt sich auch ein Blick in das umfangreiche Programm des Jubeljahres. Eröffnet wird das Festjahr am Samstag, 27. November, 18.30 Uhr, mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche in Nettetal-Breyell. Der Kirchenchor singt die Haydn-Messe; im Anschluss sind alle Gäste zu einem Empfang im Regenbogensaal eingeladen. Sein 25-jähriges Weihjubiläum begeht Diakon Hans-Dieter Mayer am Sonntag, 12. Dezember. Nach der Festmesse um 11 Uhr findet ein Empfang im Regenbogensaal statt. Im neuen Jahr wird das Programm mit dem Neujahrs-Empfang am Sonntag, 2. Januar, um 11 Uhr fortgesetzt. Eine schöne Tradition aus dem vergangenen Jahr lebt mit dem „Bibel lesen” in der Zeit von 27. Februar bis zum 6. März wieder auf. Ziel ist es, in dieser Zeit genügend Freiwillige zu finden, die 24 Stunden am Tag die Bibel vorlesen. Terminwünsche nimmt Diakon Hans-Dieter Mayer unter der Rufnummer 02153/71489 gerne entgegen. Anlässlich des Todestages des Heiligen Lambertus feiert die Pfarrgemeinde am Sonntag, 10. April, um 11 Uhr, eine Festmesse mit dem Bischof von Lüttich, Aloys Jousten. Ein weiterer Höhepunkt des Jubeljahres ist die Wallfahrt nach Rom in der Zeit vom 26. April bis 3. Mai. Eine Delegation aus Breyell nimmt am 28. Mai an der Priesterweihe von Pavel Marhovski und Marcin Sienkovski in der polnischen Partnerstadt Elk teil. Die beiden Geistlichen weilten in diesem Sommer für einige Wochen in Breyell. Am Samstag, 4. Juni, startet um 8 Uhr eine Fahrt nach Lüttich. Dort nimmt die Reisegruppe an einer Führung durch den Domkapitular teil. Bei diesem Besuch wird auch die Grabstelle des Heiligen Lambertus besucht. In der Zeit von Samstag, 2. , bis Sonntag, 3. Juli, feiert die Pfarre ihr Pfarrfest. Vom 11. bis 15. August besuchen rund 200 Jugendliche aus Elk die Pfarrgemeinde, um dann weiter am 21. August am Weltjugendtag in Köln teilzunehmen. Ein weiterer Höhepunkt des Jubeljahrs besteht in der Rückführung des sogenannten Vierungskreuzes zur Kirche am 14. September. Dieses besondere Ereignis wird mit einer Festmesse um 18 Uhr in der Kirche begangen. Zu einer Messe mit Bischof Heinrich Mussinghoff ist die Gemeinde am 4. Oktober, 18 Uhr, eingeladen. Am 10. November, 11 Uhr, findet ein besonders festlich gestaltetes „Ewiges Gebet” in Breyell statt. Abgeschlossen wird das Jubeljahr mit einer Festmesse am Sonntag, 20. November, 11 Uhr, mit Weihbischof Karl Bosch.
„100 Jahre Pfarrkirche St. Lambertus bedeutet für mich als heutiger Pfarrer vor allen Dingen 100 Jahre gelebte Gemeinde, hinter denen sich viele menschliche Schicksale verbergen”, so Puts. Persönlich freut sich der Kirchenmann auf die vielen Festgottesdienste und vor allem auf die Rückführung des Vierungskreuzes zur Kirche in einer Pfarrprozession an der sich die Messdiener, die Bruderschaften sowie die Vereine beteiligen werden. Anlässlich des Jubeljahres gibt die Pfarrgemeinde ein 60-seitiges Festbuch heraus, welches erstmals beim Breyeller Christkind'l - Markt verkauft wird. Das Heft beinhaltet einen kleinen Kirchenführer sowie einen Auszug aus der Geschichte der 100 Jahre Pfarrkirche. „Das Heft bot uns die Möglichkeit, einige Schätze der Kirche wie den Taufstein aus dem Jahr 1275, an dem heute noch getauft wird, vorzustellen”, so Pfarrer Günter Puts. Ähnlich interessante Details sind der Predigtstuhl, das Marienfenster sowie das Chorgestühl. „Die Idee war, dem Leser die Pfarrkirche in einem kleinen Rundgang unter einem neuen Blickwinkel vorzustellen”, erläutert der Geistliche. Einen Großteil der (Vor)Arbeiten für das Büchlein lieferte Pastor Hermann-Josef Klumpen, der in seiner Amtszeit in der Gemeinde von 1974 bis 1999 die Historie der Pfarre aufgearbeitet hat und gerne auch dem einen oder anderen Breyeller Bürger bei dessen Ahnenforschung in Breyell behilflich ist. Wer Interesse an seinem Ahnenstammbaum, möge eine e-Mail mit seinem Recherche-Wunsch an info@breyell.de senden. --- Service Links zum Artikel: Religions-Portal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
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